Neues Leben Stiftung
 
Wer wird ausgezeichnet werden?

Die nebenstehende Person / Organisation wurde vorgeschlagen für den Werte Award der Neues Leben Stiftung in der Kategorie 1:

Der Werte-Award für couragiertes Handeln im Alltag

Vorgeschlagen wurde
Name Gertrud Dosch
Anschrift Kaffelsteinweg 12
Ort 97892 Kreuzwertheim

Frau Gertrud Dosch ist 1940 in Wertheim geboren. Sie wuchs in einem christlichen Umfeld auf und wurde besonders von ihrer Großmutter geprägt. 1962 zog sie zusammen mit ihrem Mann nach Kreuzwertheim, wo sie heute immer noch lebt.

Sie hatte mit den so genannten „Volksbad-Schwestern“ in Wertheim zu tun. Diese Schwestern waren Gemeindeschwestern und betreuten auch das „Volksbad“ in Wertheim. Sie kamen aus einem Mutterhaus in Baden. Diesen Schwestern folgten die „Frankensteiner Diakonissen“, die vom schlesischen Frankenstein nach Wertheim flüchten mussten und dort ein neues Mutterhaus aufbauten. „Menschen mit der Haube waren immer freundlich und sie haben sich Zeit für ihre Mitmenschen genommen“, sagte Frag Dosch. Viele Schwestern waren im Krankenhaus und in der Krankenpflege der Gemeinde tätig. Das hat ihr imponiert. Durch diese Diakonissen kam sie mit den Problemen und Nöten Kranker und Hilfsbedürftiger in Berührung. Diakonissen waren ein Segen und ihr großes Vorbild.

Mit 16 Jahren, als sie beruflich Schuhe verkaufte, wurde sie von ihren Geschäftsleuten auch mit anderen Diensten betraut. So durfte sie alte Damen abholen und zu deren Treffen bringen. Das hat die Großmutter-Chefin so gewollt. „Fahr mal die Mutter ins Krankenhaus“, wurde sie von ihrem Chef aufgefordert. So kam sie auch mit dem Städtischen Krankenhaus und den Kranken dort in Berührung. Und da waren auch die geliebten Diakonissen, die sie gerne beanspruchten, weil sie schon damals eine soziale und hilfreiche Ader hatte. „Trudelchen, da liegt einer krank, können Sie mal Freude verbreiten“, hieß es dann.

Damals hat sie oft Kranke in der Stadt besucht. In jeder freien Zeit, die sie hatte und in der Mittagspause ging sie zu den Leuten, die sie brauchten. „Der Mitmensch stand bei uns im Mittelpunkt“, war damals schon ihre Devise. Geprägt von gütigen Großmüttern, ihrer Mutter und den Diakonissen hatte sie gute christliche Vorbilder in ihrem jungen Leben.

In Kreuzwertheim bewohnte sie mit ihrer Familie in der Kreuzstraße ein kleines Haus. Sie erinnert sich noch, als ein junges Mädchen zu ihr kam. Diese war sehr suizidgefährdet. Sie konnte das Vertrauen zu dem Mädchen finden und sie haben geredet. „Wir haben die ganze Nacht nur geredet und sie hat ihr ganzes Leben erzählt“, so Trudel Dosch. Tag und Nacht kamen sie zu ihr. Alle Generationen fanden den Weg in die Kreuzstraße. „Wir hatten ein offenes Haus, wir wussten nie wer wann kommt und wann er oder sie wieder geht“. Es war damals eine kritische Zeit. Es war ein großes Aufbegehren unter der Jugend. Junge Leute kamen oft mit ihren Eltern nicht mehr klar. Das Haus von Familie Dosch war ein Zufluchtsort für viele, aus denen heute wunderbare Menschen geworden sind. Sie haben etwas erlebt, was es zu der Zeit nicht oft gab. Gertrud Dosch nahm sich viel Zeit für endlose Diskussionen und die jungen Leute haben sich bei ihr „ausgekotzt“.

Es ging im Dorf die Meinung um: Wenn man was braucht, dann geht man zu Trudel Dosch. Die weiß immer einen Rat oder sie kennt Menschen, die weiterhelfen.

Im Jahr 1972 kam eine alte Dame aus dem Ort zu ihr, deren Tochter im Klinikum in Würzburg im Sterben lag. Niemand hatte Zeit für die Sterbenden. Die alte Dame bat Frau Dosch, ihre Tochter zu besuchen und beim Sterben zu begleiten. Der Arzt sagte ihr damals, sie müsse einfach nur da sein und die Stille aushalten und reden, wenn es dran ist. „Ich hatte von nix ne Ahnung und es war knüppelhart“, so Frau Dosch. Doch dies war der Beginn einer segensreichen Aufgabe bis zum heutigen Tag. Seit dieser Zeit begleitet Trudel Dosch Schwerstkranke und Sterbende. Sie schöpft dabei aus den christlichen Wurzeln Kraft und Zuspruch (Psalmgebete, Lieder, Gebete und das Evangelium). Mit großer Zuwendung tröstet sie die Angehörigen und ist noch lange Zeit die Ansprechpartnerin für die Trauerfamilie.

„Ich würde von einem Sterbenden nie etwas annehmen“, sagt Frau Dosch entschlossen. „Für mich ist dieser Dienst ein Gebot der Nächstenliebe.“ Ein jeder diene, mit der Gabe, die er empfangen hat, ist ihr Leitspruch bei dem ungewöhnlichen Engagement. Und nötig ist der Dienst allemal. Sie wird vom Pfarrer, von Ärzten oder von Angehörigen angefragt. „Menschen merken, wenn sie sterben müssen und der Tod ist etwas Wichtiges. Er gehört zum Leben dazu. Er ist überall präsent. Man sollte nie denken, mich trifft es nicht.“ Deshalb folgert sie daraus: „Lebe heute, es ist ein wichtiger Tag“.

Im Krankenhaus in Wertheim, ihm Wohnstift Wertheim-Hofgarten, in der Stadt oder den Dörfern besucht Trudel Dosch regelmäßig kranke oder alte Menschen. Hier setzt sie Tag für Tag ein Zeichen gegen die Vereinsamung, die auch schon in der Kleinstadt oder im Dorf um sich greift. Dabei hat sie immer ein gutes Wort, eine Aufmunterung, ein kleines Geschenk oder eine Aufmerksamkeit für ihre Leute.

Ihre Sympathie gilt den Schwachen. Auch die Brüder der Landstraße sind ihr nicht egal. Sie unterhält sich mit ihnen und hilft ihnen, wo es nur geht. Trudel Dosch veranstaltet immer wieder Flohmärkte zu Gunsten von Bedürftigen. Hier hat sie auch die Jugendlichen ihrer Marktgemeinde mit im Blick und fördert die örtliche Jugendarbeit durch ihr Engagement auf diesem Gebiet.

Es gibt Menschen, die können sich eine Bestattung in der gesellschaftlich üblichen Weise nicht mehr leisten. Diese bekommen eine so genannte „Sozialbestattung“. Genau hier setzt sich Trudel Dosch dafür ein, dass die Menschen in einer würdigen Art und Weise bestattet werden. Es darf nicht sein, dass Menschen ohne Trauerfeier sang- und klanglos verschwinden. Hier geht sie schon mal zum Bürgermeister oder zur Stadtverwaltung und kämpft für ein Mindestmaß an Würde.

Sechs Jahre war sie im Gemeinderat der Marktgemeinde Kreuzwertheim. Sie habe stets nach ihrem Gewissen abgestimmt. Das machte sie dort nicht immer beliebt. Sie habe die Belange der Menschen im Blick gehabt und oft als Einzige sagen müssen: „Ich bin dagegen“.

„Die Verbindung zu Gott ist mir wichtig“, so Trudel Dosch, „Ich gehe sehr gerne in die Hl. Geist Kapelle in der Wertheimer Stiftskirche und in die Gottesdienste. Mein Glaube an Jesus Christus und Gott trägt mich und befähigt mich, Gutes zu tun.“

Vorgeschlagen durch
Name Robert Weisensee
Anschrift Neue Vockenroter Steige 30
Ort 97877 Wertheim
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Gertrud Dosch, 97892 Kreuzwertheim

Im Krankenhaus in Wertheim, ihm Wohnstift Wertheim-Hofgarten, in der Stadt oder den Dörfern besucht Trudel Dosch regelmäßig kranke oder alte Menschen. Hier setzt sie Tag für Tag ein Zeichen gegen die Vereinsamung, die auch schon in der Kleinstadt oder im Dorf um sich greift. Dabei hat sie immer ein gutes Wort, eine Aufmunterung, ein kleines Geschenk oder eine Aufmerksamkeit für ihre Leute.




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