Neues Leben Stiftung
 
Wer wird ausgezeichnet werden?

Die nebenstehende Person / Organisation wurde vorgeschlagen für den Werte Award der Neues Leben Stiftung in der Kategorie 2:

Der Werte-Award für couragiertes Handeln im Alltag

Vorgeschlagen wurde
Name Lebensbrücke e.V.
Monika und Wolfgang Theuß
Anschrift Frankfurter Str. 31a
Ort 35578 Wetzlar

Monika und Wolfgang Theuß kamen beide unter teils dramatischen Umständen zum Glauben an den lebendigen Gott der Bibel (Monika 1978, Wolfgang aus marxistisch-leninistischem Hintergrund 1984). Damit verbunden war für beide jeweils eine radikale Umwertung aller Werte, eine radikal neue Lebens- und Glaubenswirklichkeit. Unabhängig voneinander erhielten sie für ihr künftiges Leben eine klare „Wegbeschreibung“ durch Gott: Platzanweisung hin zu den „schwierigen“ Menschen, zu denen in der Tiefe oder an der Wand der Ausweglosigkeit, zu denen am Boden, zu denen am Rande, zu den am Leben Gescheiterten. Monika war mit verschiedenen Teams in Deutschland und im Ausland (USA und Kanada) missionarisch unterwegs und in Deutschland insbesondere in der Gefangenenhilfe tätig. Wolfgang war 7 Jahre ehrenamtlicher Mitarbeiter in einer offenen Jugendarbeit in einem sozialen Brennpunkt.

Bei ihrer Hochzeitreise 1991 nach Brasilien zeigte sich eine neue Herausforderung für beide: Neben ihren Diensten in Deutschland nun gemeinsam nach Kräften und mit den Mitteln, die Gott gibt, Hilfe zu organisieren für eine junge sozialmissionarische Gemeinde („CENA“), die ihr Dienstfeld mitten im Rotlichtviertel von Sâo Paulo hat. Aus dieser Reise resultierte damit ein weiterer sehr konkreter Auftrag Gottes: 1993 gründeten sie mit Geschwistern aus verschiedenen Gemeinden das christliche Hilfswerk Lebensbrücke e. V., das seit inzwischen mehr als 15 Jahren die deutschen und brasilianischen Aufgabenbereiche zusammenfasst. Der Verein ist steuerbehördlich als mildtätig und gemeinnützig anerkannt, finanziert sich rein aus privaten Spenden und die beiden sowie auch alle anderen Mitarbeiter arbeiten seit Beginn ausschließlich ehrenamtlich.

Diese Welt und ihre Menschen - gerade auch die Ärmsten, Schwächsten und Hilflosen, die Ausgestoßenen und am Leben Zerbrochenen - sind bei Gott nicht abgeschrieben, auch nicht in scheinbar ausweglosen Lebensverhältnissen. Gerechtigkeit und soziale Verantwortung sind Urkategorien der Bibel. Im Horizont der rettenden Botschaft Christi ist das schier erdrückende Elend der Welt daher nicht Grund zur Resignation, sondern vielmehr Auftrag zum Handeln - jeder an seinem Platz und nach seinen Möglichkeiten. So gesehen verstehen Wolfgang und Monika Theuss die „Lebensbrücke“ als einen kleinen Teil der vielen großen Lebensbrücken und Rettungswege, die Jesus Christus selbst unermüdlich in die Not und die Vergeblichkeiten dieser Welt hineinspannt, hineinbaut in die durch die menschliche Abkehr zerstörte und heimatlos gewordene Biographie seiner Schöpfung und Geschöpfe. Christi Gegenworte zu den Ruinen und der vielgesichtigen Elendsgestalt menschlicher Lebenswirklichkeiten heißen - inmitten aller trostlosen Verhältnisse - seit jeher und unverändert: Glaube, Liebe, Hoffnung.

Es ist zwar oft kein „wohlbehüteter“ Dienst und ungestörter Betrieb. Nöte und Bedürfnisse hilfloser Menschen halten sich selten an geregelten Feierabend oder wochenendfreie Dienstpläne. Aber es ist auch kein vergeblicher Dienst, kein sinnloses Vergeuden von Kraft und Zeit, kein Resignieren vor den Kräften der Zerstörung.

Immer wieder finden Menschen aus ihrer Ausweglosigkeit zurück zu Gott, finden Heimat und ein neues, menschenwürdiges Leben - allen erdrückenden Widrigkeiten und scheinbarer Ausweglosigkeit zum Trotz. Keine namenlosen Tropfen auf dem heißen Stein, sondern geliebte Menschen, hineingerettet in die Hoffnung, geborgen und neu aufgerichtet auf tragfähigem Fundament.

Ein Kernbereich der Aufgaben des Hilfswerks Lebensbrücke ist die Unterstützung der Arbeit der CENA in Sâo Paulo. Sie leistet dort Lebens- und Überlebenshilfe für hilfsbedürftige Menschen. Die CENA kümmert sich insbesondere um die Menschen des Milieus, betreut und begleitet Menschen, die von der Gesellschaft abgeschrieben sind, deren Schicksal und Not niemanden mehr kümmert: Straßenkinder, Obdachlose, sozialschwache Familien, Aids-Infizierte, Drogenabhängige, Prostituierte.

Neben dem brasilianischen Arbeitszweig unterstützt der Verein Lebensbrücke auf vielfältige Weise soziale Anliegen in ihrem deutschen Umfeld.

U. a. liegt Monika und Wolfgang Theuss besonders die Jugendarbeit am Herzen. Es ist ihnen z. B. wichtig, auch Jugendliche zu erreichen und ihnen ganzheitliche Hilfe anzubieten. Im Rahmen der Gefangenenhilfe unterstützen und betreuen sie Strafgefangene durch Zuwendung von Sachmitteln, Besuche und Veranstaltungen in Justizvollzugsanstalten und Briefkontakte. Im Rahmen der Wiedereingliederungshilfe vermitteln sie Urlaubsadressen sowie Wohnungen und Arbeitsstellen nach der Haftentlassung. Dieser Arbeitsbereich umfasst derzeit die Justizvollzugsanstalten Gießen, Butzbach und Schwalmstadt. Vorrangige Zielgruppe sind Gefangene, die durch die Haft ihre sozialen Bindungen weitgehend verloren haben und schon aus diesem Grund besonders der Zuwendung und Begleitung - mit Blick auf ihre Resozialisierung - bedürfen. In die Betreuung werden – nach Möglichkeit – auch Familienangehörige einbezogen, um eventuell noch bestehende Beziehungen zu erhalten oder wiederherzustellen.

Bei ihrer Hilfe für alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern erreichen sie Familien, die sich oft aus eigener Kraft keine angemessene Teilnahme am gesellschaftlichen Leben mehr ermöglichen können und denen wir durch entsprechende Unterstützung bei der Bewältigung ihrer schwierigen Lebensumstände helfen. In diesem Zusammenhang können sie inzwischen in regelmäßigen Abständen für alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sowie für Frauen und Kinder von Strafgefangenen besondere Ausflugtage gestalten, ihnen aber auch Hilfe in anderen Bereichen anbieten, wie z. B. Kinderbetreuung nach Absprache, wenn die Mütter Arztbesuche, Einkäufe o. ä. zu erledigen haben.

Durch die Betreuungsarbeit in Wetzlar erreichen sie problembelastete Jugendliche, die zum Teil auch schon bei der Jugendgerichtshilfe erfasst sind. Typische Problembereiche sind dabei konfliktgeprägte Elternbeziehungen, Drogenprobleme, schulische und berufliche Schwierigkeiten oder prekäre finanzielle Situationen. Auch junge Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, suchen Hilfe. Die Unterstützungsarbeit geschieht schwerpunktmäßig durch Gespräche und Beratung in persönlichen Lebensfragen und konkrete Hilfe in speziellen Notsituationen wie z. B. durch Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, Schuldnerberatung oder die Vermittlung in weiterführende Reha-Einrichtungen. Ihr bestehender Kontakt zu Behörden und Ämtern ist bei der Suche nach Lösungswegen dabei ebenso hilfreich und wichtig wie die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Lebenshilfen in Deutschland (ACL). Diese Arbeit, die den jungen Menschen nachhaltig neue Lebensperspektiven eröffnen und ihre weitere Sozialisation positiv fördern soll, ist nur auf der Grundlage einer vertrauensvollen persönlichen Beziehungsbasis möglich, die nicht selten nur durch viel Geduld und Sensibilität aufgebaut werden kann.

Weitere Informationen unter: www.ch-lebensbruecke.de

Vorgeschlagen durch
Name Renate Bloess
Anschrift Am Seifen 8
Ort 57625 Weyerbusch
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Lebensbrücke e. V., Monika und Wolfgang Theuß, 35578 Wetzlar

Monika und Wolfgang Theuß kamen beide unter teils dramatischen Umständen zum Glauben an den lebendigen Gott der Bibel. Damit verbunden war für beide jeweils eine radikale Umwertung aller Werte, eine radikal neue Lebens- und Glaubenswirklichkeit. Unabhängig voneinander erhielten sie für ihr künftiges Leben eine klare „Wegbeschreibung“ durch Gott: Platzanweisung hin zu den „schwierigen“ Menschen, zu denen in der Tiefe oder an der Wand der Ausweglosigkeit, zu denen am Boden, zu denen am Rande, zu den am Leben Gescheiterten.




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