Neues Leben Stiftung
 
Wer wird ausgezeichnet werden?

Die nebenstehende Person / Organisation wurde vorgeschlagen für den Werte Award der Neues Leben Stiftung in der Kategorie 2:

Der Werte-Award für das herausragende Lebenswerk

Vorgeschlagen wurde
Name Otto Schaude
Anschrift Ihmenfeldstr. 20
Ort 72766 Reutlingen

Otto Schaude studierte von 1963 bis 1965 an der Pädagogischen Hochschule in Reutlingen. Anschließend wurde er Lehrer an der Schule in Reutlingen-Orschelhagen. Von 1970 bis 1975 war er Schulleiter an der Grundschule in Reutlingen-Altenburg. Schon während seines Studiums erhielt er die entscheidenden Impulse, die ihn über die Gründung einer Schule nachdenken ließen.

1973 war es dann soweit. Am 2. Mai wurde die erste evangelisch christliche Schule in freier Trägerschaft gegründet. Obwohl es in diesem Bereich keinerlei Vorbilder gab, schlossen sich acht einzelne Personen zusammen, gründeten einen Verein, klärten die konzeptionellen Fragen und machten sie auf um Mitarbeiter, Räume, Schüler, Finanzen, Materialien und die Genehmigung zu beschaffen. Nachdem im Juni die Genehmigung kam eröffnete die am 8. September 1973 mit 49 Schulanfängern in zwei Klassen.

Otto Schaude war einer der führenden Mitbegründer und von 1975 bis 1991 Rektor der Freien Evangelischen Schule Reutlingen (FESRT). Diese Schule wurde aus kleinen Anfängen heraus zur größten Grund- und Hauptschule der ganzen Gegend ausgebaut (5-zügige Grundschule und 2-zügige Hautschule). Sie versucht, Unterricht und Schulleben ganz bewusst vom Evangelium her zu prägen. Ihre Arbeit geschieht unter starker Einbeziehung der Eltern in ganzheitlicher Ausrichtung auf der Basis des biblischen Menschenbildes. Eine ganz besondere Stärke dieser Schule war und ist die gemeinsame Ausrichtung aller Lehrkräfte auf Jesus Christus.

Nach dem Grundschulaufbau konnte die Schule auf 299 Schüler in 10 Klassen schauen. Die Schülerzahlen waren kein Problem. Es gab immer mehr Anmeldungen als die Aufnahmekapazität zuließ. Als problematisch entwickelte sich jedoch die Gewinnung von Schulräumen, so dass die Schüler in vier verschiede Gebäude verteilt werden mussten. Deshalb wurde 1976/1977 ein eigenes Schulgebäude für 11,8 Mio. DM gebaut. Die Summe kam u. a. aus staatlichen Mitteln zusammen so dass die Schule keinerlei Schulden hatte.

Von 1977 bis 1982 wurde zusätzlich die Hauptschule aufgebaut. Von 1988 bis 1991 wurde die Grundschule erweitert, so dass es dann 800 Schüler in 28 Klassen gab.

Der innere Auf- und Ausbau der Schule waren wegen der fehlenden Vorbilder eine ständige und intensive Herausforderung. Hierunter fallen nicht nur die strukturellen Fragen, sondern auch inhaltliche Themen wie z. B. Evangelisches Profil, Erzieherische Schwerpunkte, Gestaltung des Schullebens, Elternarbeit und Elternmitverantwortung, Theologie und Pädagogik u. v. a.

Im Jahre 1978 erfolgte ein Anruf aus Bremen, der zur Gründung einer zweiten Schule führte, der Freien Evang. Bekenntnisschule Bremen (FEBB). Damit begann für Otto Schaude eine weitere, sehr umfangreiche Aufgabe. Durch Besuche an den einzelnen Orten, Gesprächen, Beratungen, vor allem auch durch öffentliche Vorträge, Gottesdienste, Elternabende und Lehrerfortbildungen eröffnete sich ein großes Feld hinsichtlich der Gründung weiterer Schulen.

Durch Otto Schaude wurde die „Arbeitsgemeinschaft Evang. Bekenntnisschulen (AEBS) entscheidend angestoßen, so dass sie durch die vier Gründungsschulen (Reutlingen 1973, Bremen 1979, Gießen 1980 und Frankfurt 1981) ins Leben gerufen wurde. Das Buch „Schule auf biblischer Basis“, herausgegeben von der AEBS, bekam eine wegweisende Funktion.

Im Laufe der Jahre 1979 bis ca. 2000 konnte Otto Schaude seine Erfahrungen einbringen und bei der Gründung von etwa 30 christlichen Schulen mitwirken. Hinzu kamen zahlreiche Sitzungen der AEBS und Tagungen für Lehrer auf Bundesebene. Er hat die heutigen christlichen Schulen in Deutschland maßgeblich mit geprägt. Trotz seiner vielen Aufgaben, hatte er noch Zeit für den Einzelnen und war daran interessiert, wie es den Mitarbeitern an den verschiedenen Schulen ging und ob sie sich an dem jeweiligen Arbeitsplatz wohl fühlten.

Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge von Otto Schaude zu den folgenden Themenfeldern:

  • Glaube und Erziehung
  • Theologie und Pädagogik
  • Christsein und Schule
  • Akzente christlicher Schulen

Von 1991 bis 2008 war er Vorsitzender des Altpietistischen Landeskirchenlichen Gemeinschaftsverbandes in Württemberg, in dem er vorher schon ehrenamtlich mitarbeitete. Zugleich war er Mitglied der Württembergischen Evangelischen Landessynode (1983 - 2007). Dort war er Vorsitzender des Ausschusses für Jugend und Bildung und dann im Theologischen Ausschuss, im Ältestenrat und in der Leitung des Gesprächskreises „Lebendige Gemeinde“ tätig.

Darüber hinaus war und ist Otto Schaude Mitarbeiter bzw. Leiter von vielen einflussreichen Gremien in den Bereichen Erziehung, Schule und Bildung. Hier ist er regional, bundesweit und sogar europaweit tätig.

Durch seine beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten begegnete er Menschen aller Altersgruppen, Schichten und Berufe und sieht sich nach wie vor den folgenden Herausforderungen gegenübergestellt:

  • Wie können wir heute das Evangelium den Menschen weitergeben, die dem Glauben entfremdet sind?
  • Wie kann der Glaube überzeugend und einladend gelebt werden?
  • Wie gestalten wir unsere christlichen Gemeinden und Gemeinschaften einladend?
  • Wie können junge Eltern heute in ihrer schwieriger gewordenen Erziehungsaufgabe von der Bibel her begleitet werden?
  • Welche ganz praktischen Leitlinien entnehmen wir der biblischen Botschaft für den erzieherischen Alltag?

Otto Schaude ist der Überzeugung, dass der Traditionsabbruch in unserem Volk, das Zusammenbrechen von ethischen Leitlinien und dem christlichen Grundkonsens in unserer Gesellschaft eine riesige Herausforderung an die Christen ist. Jesus hatte seine Jünger einst auch als kleines Häufchen in eine total anders geprägte Welt gesandt, um den Zeugendienst zu tun. Als hoffnungslose Minderheit lösten sie eine große Bewegung aus, weil die Kraft Gottes und des Glaubens dahinter stand.

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Otto Schaude, 72766 Reutlingen

Im Laufe der Jahre 1979 bis ca. 2000 konnte Otto Schaude seine Erfahrungen einbringen und bei der Gründung von etwa 30 christlichen Schulen mitwirken. Hinzu kamen zahlreiche Sitzungen der AEBS und Tagungen für Lehrer auf Bundesebene. Er hat die heutigen christlichen Schulen in Deutschland maßgeblich mit geprägt.




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